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Digitalisierung im Lagermanagement & Fulfillment

Die Investition in den Lagerbestand genauso wie etwa in die Vorrätig zu haltenden Betriebsmittel zählt in der Regel sowohl in einem Produktionsbetrieb wie auch in einem Handelsbetrieb zu den größten Aktivposten. Diesem Kapital sollte die größtmögliche Aufmerksamkeit geschenkt werden, denn hier lauern Verluste genauso wie sich ungeahnte Gewinne darin verstecken können. Die Problematik im Lager- und Bestandsmanagement ist in vielen Fällen die unprofessionelle Handhabung. Nicht unbedingt in Bezug auf die Wareneingangskontrolle oder den Warenausgang, beides Vorgänge, die wiederum mit weiteren Geschäftsvorfällen verknüpft sind und deshalb zusätzlichen Kriterien unterliegen. Nein, im Lager selbst geht nicht selten die reale Kontrolle über den Bestand verloren, weil schlicht und einfach der Lagerbetrieb noch wie zu Zeiten der Phönizier betrieben wird. Gut, dieses Volk zeigte sich gerade im Handel und der Produktion als Vorreiter in vielen Dingen, aber das war vor gut 2500 Jahren.

Analoge Bestandserfassung und Bestandskontrolle

In einem nicht-digitalisierten Lager werden die eingehenden Waren, Güter oder Produktions- beziehungsweise Betriebsmittel im Wareneingang erfasst, kontrolliert und daran anschließend eingelagert. Natürlich in Form einer Einzelplatzlagerung mit festgelegten Lagerplätzen. Ab diesem Zeitpunkt schwindet die Kontrolle, denn der Betrieb mittels Lagerfachkarten hat seine Nachteile. So etwa baut sich oft durch eine fehlerhafte Entnahme beziehungsweise eine fehlerhafte manuelle Eintragung ein immer größer werdender Abstand im Ist-Soll-Vergleich auf. Dazu weiß eigentlich nur der Lagerverwalter oder der Lagerarbeiter über die jeweiligen Kennzahlen des Bestandes wirklich bescheid. Nicht nur das, ein analoges Lager ist von personellen Unwägbarkeiten stark betroffen, beispielsweise dann, wenn der Lagerist sich krankmeldet und sein Wissen um die Bestände mit nach Hause nimmt.

Die Digitalisierung des Lagers

Lagerbestände jeglicher Art in eine maschinenlesbare Lagerung zu überführen ist mit weit weniger Aufwand behaftet, wie allgemein angenommen wird. In den meisten Fällen kann die Umstellung im laufenden Betrieb erfolgen, wobei eine entsprechende Übergangszeit einzuplanen ist. In Form von Hardware werden dazu Barcode-Drucker sowie Scanner und natürlich entsprechende Rechner benötigt genauso wie eine effiziente Lagersoftware. Diese Verknüpft sich über entsprechende Schnittstellen mit dem ERP-System des Unternehmens oder kann auch Einzel arbeiten, wobei eine Verknüpfung zu Einkauf, Wareneingang und Versand sinnvoll ist.

Das chaotische Lagerprinzip

Während die analoge Lagerung nur eine Festplatzlagerung zulässt, können in einem chaotisch geführten Lager die einzelnen freien Lagerplätze je nach Bedarf belegt werden. Möglich ist dies nur mit einer entsprechenden Lagersoftware, die tausende von Lagerplätzen verwalten kann und mittels entsprechender Vorgaben bezüglich der Lagerplätze sogar Vorschläge zur optimalen Lagerung macht. Dazu wird sowohl das einzulagernde Material wie auch die Lagerplätze mit bestimmten Bedingungen oder Merkmalen verknüpft wie etwa das Volumen, das Gewicht, spezielle Lagerungsbedingungen oder die Form. Ebenso erlaubt die Lagersoftware die automatische Einlagerung nach festgelegten Prioritäten, wenn etwa ein Material so einzulagern ist, dass eine schnelle Kommissionierung oder Entnahme unabdingbar ist.

Die Schnittstellen und die permanente Inventur

Die bereits erwähnten Schnittstellen etwa zum Einkauf erlaubt die Einrichtung entsprechender Lagerkennzahlen und hilft bei der Optimierung des Wareneinkaufs genauso wie bei der Produktionsplanung. Im Weiteren bedeutet ein digital geführtes Lager die Durchführung einer permanenten Inventur, da bei jeder Lagerbewegung ein Bestandsabgleich vorgenommen wird. In großen Betrieben mit einer hohen Anzahl an Mitarbeitern, die als Kommissionierer oder Mitarbeiter Zugang zum Lager haben, wird trotzdem eine vor- oder nachgelagerte Stichtagsinventur benötigt, diese lässt sich jedoch mithilfe der Lagersoftware leichter durchführen, da Bestandskorrekturen bei der Erfassung mittels Scanner sofort an das System gemeldet werden. Eine gute Lagersoftware ist ein wichtiges und unumgängliches Glied innerhalb der Prozesse sowohl in der Produktion wie im Handel.

Das Lager outsourcen: Fulfillment

Sie sehen: Für den kleinen Online-Händler ist eine ausgefeilte Lagerhaltung natürlich völlig illusorisch und vor allem auch nicht nötig. Hierfür stehen sog. Fulfillment-Dienstleister zur Verfügung, welche das Entgegennehmen der Ware, deren Einlagerung, den Versand und sogar das Retourenmanagement übernehmen. Der berühmteste Anbieter auf diesem Gebiet ist sicherlich das Fulfillment-System des Platzhirschen Amazon, kurz FBA (Fulfillment By Amazon): https://sell.amazon.de/versand-durch-amazon. Daneben existieren jedoch auch viele weitere Anbieter: https://dein-versand.de sei an dieser Stelle beispielhaft erwähnt, da der Anbieter die Einstiegshürden für kleine Shops recht niedrig legt.


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